Ihre aktuelle Position: Startseite Einsätze 2010 10.06. LKW-Brand mit Gefahrgut

Gefahrgutanhänger mit Stückgut ausgebrannt

Alarmierung: 03:21 Uhr
Ort: BAB 45 Richtung Nord Km 183,2
Eingesetze Kräfte:
               
ELW 1 LF16 HLF20/16 DLK 23/12
  ELW1   LF 16   HLF 20/16   DLK 23/12
TLF 24/50 RW1 - AUSGEMUSTERT
  TLF 24/50   GWG 2   TLF 16 - ausgeliehen   GW-L
Sonstige Einsatzkräfte aus dem Umland Einsatzkräfte der Polizei Einsatzkräfte des Rettungsdienstes Rettungshubschrauber
  sonstige Kräfte   Polizei   Rettungsdienst   Rettungshubschrauber

 

Am 10.06.2010 um 3:21 Uhr alarmierte die Leitstelle Wetterau die Feuerwehr Butzbach zu einem LKW-Brand auf die BAB 45, nördlich des Gambacher Kreuzes in Fahrtrichtung Dortmund.
Die genaue Einsatzstelle befand sich in Höhe des Autobahnkilometers 183,2. Bei dem Einsatzobjekt handelte es sich um einen auf dem Standstreifen abgestellten, allein stehenden Gliederzuganhänger eines Paketdienstes ohne äußere Gefahrgutkennzeichnung. Der linke Reifen der Deichsel stand in Brand. Das zugehörige Zugfahrzeug war bereits durch den Fahrer abgekoppelt und weiter vorne auf dem Standsteifen ich Sicherheit gebracht worden. Der Fahrer der Zugmaschine übergab dem ersten Einheitsführer der Feuerwehr ein ADR-Beförderungspapier, in dem vier verschiedene Versandstücke mit Stoffen der Gefahrenklassen 3, 4.1 und 8 aufgeführt waren. Der Brand des Reifens hatte bereits durch Wärmeübergang auf die im vorderen Bereich des voll beladenen, geschlossenen Stahlcontainers befindlichen Versandstücke übergriffen. Die Containerwand war auf einer Fläche von ca. 0,5 qm rotglühend, was einen hohen Heizwert des brennenden Stoffes erahnen ließ. Von der Ladefläche tropfte ein unbekanntes brennendes Medium herab, welches nur schwer mit Wasser abgelöscht werden konnte. Oberhalb des brennenden Reifens wurde ein Loch in die Außenhaut des Containers geschlagen um zunächst Wasser und dann Schaum gezielt aufbringen zu können. Es kam immer wieder zu Rückzündungen, bis sich dann schließlich nach massivem Löschmitteleinsatz über die Hecköffnung und die gewaltsam erzeugte Seitenöffnung der gewünschte Löscherfolg einstellte. Die Ladefläche wurde im Anschluss von insgesamt zehn Einsatzkräften unter gasdichten Chemikalienschutzanzügen komplett ausgeräumt. Es wird vermutet, dass eine größere Menge von Kunststoffboxen ursächlich für den geschilderten Tropfbrand waren. Genaueres lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der hohen Verbrennungsrate nicht sagen. Messungen in der Umgebung erbrachten keinen positiven Nachweis.

Aus Sicherheitsgründen musste die Autobahn während des Einsatzverlaufes mehrere Stunden, zeitweise sogar in beide Richtungen voll gesperrt werden.

Im Einsatz waren neben der Feuerwehr Butzbach und seinem Gefahrstoffzug auch spezielle Einheiten der Feuerwehren Bad Nauheim, Friedberg und Bad Vilbel sowie die Brandschutzaufsicht des Wetteraukreises. Insgesamt wurden 24 Pressluftatmer eingesetzt.

Hier eine Auflistung der im Beförderungspapier angegebenen Stoffe:

ÄTZENDER BASISCHER ORGANISCHER FLÜSSIGER STOFF, N.A.G.
UN Nummer: 3267

FESTE STOFFE oder Gemische aus festen Stoffen (wie Präparate, Zubereitungen und Abfälle), DIE ENTZÜNDBARE FLÜSSIGE STOFFE mit einem Flammpunkt von höchstens 60°C ENTHALTEN, N.A.G.
UN Nummer: 3175

SCHUTZANSTRICHLÖSUNG
UN Nummer: 1139

2-METHYLBUTANAL
UN Nummer: 3371

Text Christian Veitenhansl / Angiffstruppführer HLF20/16

 

 

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