Ihre aktuelle Position: Startseite Einsätze 2007 13.11. begaste Container

Überseecontainer nicht entgast

Alarmierung: 10:43 Uhr
Ort: Butzbach - Schorbachstrasse
Eingesetze Kräfte:
               
ELW 1 LF16 RW1 - AUSGEMUSTERT DLK 23/12
  ELW1   LF 16   RW1   DLK 23/12
TLF 24/50 Gerätewagen Gefahrgut Gerätwagen Logistik
  TLF 24/50   GWG 2   TLF 16   GW -L
Sonstige Einsatzkräfte aus dem Umland Einsatzkräfte des Rettungsdienstes Einsatzkräfte der Polizei Rettungshubschrauber
  sonstige Kräfte   Rettungsdienst   Polizei   Rettungshubschrauber

 

Über Übelkeit und Beschwerden klagten mehrere Arbeiter, nachdem ein Überseecontainer aus China mit Granitplatten für ein Bauprojekt in Frankfurt entladen und in Butzbach bei einer Firma zwischengelagert worden war.

Nach dem Entladen des ersten Containers traten die Symptome auf, woraufhin Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr verständigt wurden.

Der erste Container war zwar bereits leer, aber schon wieder auf dem Weg nach Frankfurt zur Spedition.

Auslöser für den Einsatz war folgendes: Um aus Übersee keine Schädlinge einzuführen, werden Container in der Regel mit Schädlingsbekämpfungsmitteln begast und im Bestimmungshafen wieder entgast. In China setzt man zu diesem Zweck Metylbromid ein. Dabei handelt es sich um ein chloroformartig verdichtetes Gas, sehr giftig, ätzend, schwer brennbar (Gefahrnummer 26, UN Nummer 1062), das seit Mitte 2006 in Deutschland verboten ist.

Die insgesamt sieben verletzten Personen wurden durch den Feuerwehrnotarzt Dr. Klaus Ratthey – auch unter Einsatz des Rettungshubschraubers Christoph 77 – in umliegende Krankenhäuser eingewiesen.

Die zuerst eintreffende Feuerwehr Butzbach sperrte großräumig den Bereich um den LKW ab und veranlasste mit Hilfe der Polizei die Evakuierung des Gebäudes bzw. die Räumung der angrenzenden Arbeitsstätten.

 

 

Da jetzt keine Eile mehr geboten war, konnten die Einsatzkräfte in aller Ruhe den Einsatz abarbeiten. Hierbei ging es in erster Linie um die Gewinnung von Messergebnissen vom zweiten – noch vollen und verschlossenen Container.

Zunächst wurde der Standort für den Dekonplatz festgelegt und dieser aufgebaut. Gleichzeitig konnten sich der erste Trupp sowie der Rettungstrupp jeweils mit CSA ausrüsten.

In der Zwischenzeit wurden folgende Wehren und Rettungsorganisationen nachalarmiert:
- Stadteilfeuerwehren aus Butzbach, Griedel, Kirch-Göns, Nieder-Weisel, Pohl-Göns
- ELW 2 aus Echzell
- Betreuungscontainer FF Bad Vilbel
- Umweltmessfahrzeug Berufsfeuerwehr Frankfurt
- GW – Mess FF Friedberg
- GABC-Zug Büdingen
- SEG West DRK Rettungsdienst
- Rettungsdienst FB 92.83, JW 77.83, AF 81,83, AF 81.84, AF 81,85, AF 81.86, AF 81,87, FB 92.99, FB 92.88, FB 90.88, BÜ 98.83, SW 87.83, SW 85.84

 

 

 

Nun konnte der 1. CSA-Trupp - nach kurzer Einweisung in die Probeentnahme -, die ersten Proben vom 2. Container entnehmen; jeweils 1 Hub und 10 Hübe mit Hilfe einer Prüfröhrchenpumpe mit Probensammler der BF Frankfurt. Diese Proben wurden vor Ort im Massenspektrometer der BF Frankfurt ausgewertet, Methylbromid war nicht nachweisbar. Dieser Gefahrstoff lässt sehr schlecht bis gar nicht mit einem MSM detektieren, sondern nur mit Prüfröhrchen (siehe Merkblatt www.vfdb.de begaste Container).
Zusätzlich wurde noch eine Sauerstoffmessung ( 20,9% ), Ex-Messung ( 0 ) und PID-Messung (Photo-Ionisations-Detektor) durchgeführt. Zum Glück gab es dabei weder am Boden noch an der Decke des Containers einen Ausschlag.

 

Nun sollten an dem inzwischen wieder eingetroffenen, leeren Container die gleichen Messungen durchgeführt werden, doch die Arbeitsschutzbeauftragten des RP Darmstadt untersagten jedes weitere Vorgehen der Einsatzkräfte. Vielmehr war eine Entgasungsfirma aus Frankfurt angefordert worden, um den Container fachgerecht zu öffnen.

Obwohl kein Gefahrstoff nachgewiesen werden konnte, wurden die 2 CSA-Träger vorsorglich durch die Dekonstation geschleust. Für die Feuerwehren war nun der Einsatz beendet; die Umweltermittler der Polizei nahmen ihre Tätigkeit jetzt auf.

 

 

Text Marco Wende FF Butzbach, Bilder FF Butzbach / Marco Wende / Jürgen Gerum

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